Brief
Welche Karte nehm’ ich nur?
Welchen Stift, was schreib’ ich rein?
Laufe auf und ab im Flur,
Was lässt wohl dein Lächeln schein’n?
Frag’ mich, was ich sagen will,
Was will ich, dass du es weißt?
Glaub’, ich hab’ es im Gefühl,
Vielleicht hoff’ ich nur, zum Teil.
Setz’ den Kugelschreiber an,
Und beende einen Satz.
Und mit jedem Wort erlangt,
Ein Gedanke seinen Platz.
Enge Zeilen, leichter Drift,
Rechts zum Seitenrand hinab.
Und die Wellen meiner Schrift,
Treffen Strände dieses Blatts.
Ein vergilbter Umschlag wird,
Meiner Sehnsucht neues Heim.
Dass sie sich zu dir verirrt,
Dass sie immer bei dir bleibt.
Die das Leid mit dir verbringt,
Wenn der Rest wieder versagt.
Die der Briefkasten verschlingt,
Wie von Hungersnot geplagt.
Weißt du schon? Wenn nicht, erst recht!
Dass ich ohne dich nicht kann.
Ist es Schicksal oder Pech?
Denn mein Brief kommt niemals an…
Verrückte Welt
Es ist eine verrückte Welt,
Doch wer hat sie verrückt verdammt?
Schon mehrmals hab ich Glück bestellt,
Doch niemals kam es pünktlich an.
Du liebtest mich, ich liebte dich.
Oder liebte ich nur, dass du mich liebtest?
Liebte ich deine Augen, deinen Mund, dein Gesicht?
Oder liebte ich, dass du das an mir liebtest?
Wir waren glücklich, wir waren zufrieden!
Oder war nur mehr Schein als Sein?
Weniger Lachen als Weinen,
Mehr streiten, als einer Meinung sein?
Ich weiß es nicht.
Aber du tatst so, als würdest du’s immer wissen!
Als hättest du immer Recht und meine Sicht wär immer beschissen!
Als wär’ ich der Teufel in Person, hätte kein Gewissen
Und als hätte ich dir dein Herz zerrissen…
Ja, du sagst, ich hätte nicht gelitten…
Hätte nicht Nächte schlaflos dagelegen,
Hätte nicht tagelang nichts gegessen wegen Schmerzen in meiner Magengegend,
Hätte nicht resigniert, weil ich das Gefühl hatte ich habe den Löffel bereits abgegeben...
Ach, von wegen!
Ah, du hast das nicht gewusst?...
Achso, ich hab’s dir nicht gesagt?
Dachtest du wirklich nach all dem, was du mir an den Kopf geworfen hast,
Dass ich danach noch ein Bedürfnis danach hab?!
Nein.
Und was hätte es schon verändert?
Du bist am anderen Ende der Welt und ich bin verärgert!
Ich will mich aufregen, rausgehen, vielleicht etwas kaputt machen…
Aber... ich bin nicht sauer auf dich.
Ich bin sauer auf mich selbst.
Sauer, weil ich am Anfang schon hätte sehen müssen, dass es auf Dauer so nicht hält!
Sauer, denn ich habe mir was anderes als Trauer vorgestellt,
Als ich in deine Augen blickte und ich glaubte ich sah die Welt…
Manche leben ohne zu lieben
Und ein paar von ihnen sind zufrieden.
Manche leben und sterben ohne geliebt zu werden
Und da frag’ ich mich, was ist denn sonst der Sinn auf Erden?
Doch viele lieben so sehr, dass sie vergessen zu leben.
Manchmal wünschte ich, das würde es nicht geben…
Doch es ist nunmal eine verrückte Welt.
Und ich frag mich immernoch: wer zum Teufel hat sie verrückt verdammt?
Ich hab so oft schon Glück bestellt,
Aber niemals kam es wirklich an.


Стихи на немецком
Galao
Zwischen Ästen junger Bäume,
Bahnt sich Sonnenstrahl den Weg.
Kleine Grüppchen, viele Leute,
Mancher kommt, ein and’rer geht.
Grauer Rauch umhüllt Geplauder,
Keine Sorgen weit und breit,
Das Gelächter wird noch lauter,
Voller Ausgelassenheit.
Ich sitz’ wieder vor mein’m Teller,
Sonntag Mittag aus dem Traum,
Brot, Tomate Mozzarella,
Im Café ein wenig Schaum.
Diese Szene gab es oft,
Am gleichen Ort, zur gleichen Zeit.
Die gleichen Blümchen in dem Topf
Doch heute ist nicht alles gleich.
Ich kann die Sonne nicht genießen,
Ich hab' Angst, dass Regen fällt.
Und will dein Lachen nicht vermissen,
Weil mein Lächeln sonst verwelkt.
Zwar sitzt du links, an dein’m Getränk,
Doch schnell verblasst deine Gestalt…
Und während ich so an dich denk’,
Wird mein Galao wieder kalt.
In einem anderen Leben
In Bergen der Anden die Spuren der Inkas,
Als Archäologe erforsch' ich.
Bedienstet am Schlosse, als mutiger Ritter,
Befehlen des Thrones gehorch' ich.
Ein Job als Barista im südlichen Frankreich:
Une clope au petit-déjeuner. (franz.: Eine Zigarette zum Frühstück)
Im Winter als Schaffner, mit Pfeife am Bahnsteig,
Mein Hut und die Stiefel voll Schnee.
Das Weltall unendlich, unendliche Weiten,
Unendlich an Welten kann's geben.
Nur G-tt hatte je über uns zu entscheiden,
In all diesen anderen Leben.
Vielleicht sind wir glücklich, zusammen für immer,
Ein Vorzeigepärchen, …
Zwei Kinder, ein Hund spielt im Garten der Villa,
Wär' möglich in einer der Welten.
Doch auch die Misere, die Tragik der Liebe,
Sie könnte uns beide ereilen.
Der einzige Ausweg: die Scheidepapiere,
Die Zukunft als eisige Zeiten.
Auch grau mag ein Leben voll Normalität sein,
Von Durchschnittlichkeiten durchwachsen,
Nicht durchweg erfüllt und auch nicht voller Wehleid,
Geprägt von alltäglichen Sachen.
So bleibe ich stets gefangen im Dunkeln
Der Untiefen meiner Gedanken.
Ich glaube seit Jahren den selbigen Unsinn:
Ich hätte sie endlich verstanden!..
Ich renne durch Gänge und glotz' an die Fenster
Mit all diesen möglichen Welten..
Ich renne und renne und renne noch länger
Und finde dem Gang keine Grenzen.
Und wieder da steh' ich, am Start meiner Reise
Und kein's dieser Leben ist greifbar.
Voll Schweiß wach' ich auf, ohne dich an der Seite…
So liege ich letztlich allein da.
Anker
Im Hafen ankert die Galeere,
Nach Reisen auch im fremden Land,
Nach tausend himmelblauen Meeren,
Und Stränden voll mit gelbem Sand.
Nach stürmischen, pfeifenden Winden,
Und Wellen höher als ein Berg,
Liegt sie im Hafen, bei den Linden,
Von Abenteuern weit entfernt.
Von den exotischsten Oasen,
Delphinen, Walen und den Haien.
Doch auch von Räubern und Piraten,
Geschirmt vor Hunger, Schmerz und Leid.
Über die Jahre hält der Anker,
Seine Galeere fest am Zug.
Er bleibt trotz allem immer standhaft,
Und immer treu an ihrem Bug.
Die Sehnsucht nach dem alten Schimmer,
Wird mit der Zeit zunehmend klein,
Denn die Galeere bleibt für immer,
Bei ihrem Anker stets daheim.
Tropfen im Regen
Ein Tropfen im Regen,
Ein Sandkorn am Strand,
Ein Tag in dem Leben,
Ein Dörfchen im Land.
Ein Sonnenstrahl im Lichte,
Ein Blatt auf dem Baum,
Ein Teil der Geschichte,
Ein Bläschen im Schaum.
Ein Halm auf der Wiese,
Ein Steinchen im Berg,
Ein Hauch in der Brise,
Ein Zahnrad im Werk.
Die Jagd nach den Zielen,
Auf Tausenden Wegen.
Nur einer von vielen,
Ein Tropfen im Regen…
